ERINNERUNGSKULTUR
Ich habe mich intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt. Aus dieser Beschäftigung heraus sind drei Bücher entstanden, die noch unter meinem Künstlernamen Sandy Green erschienen sind. Besonders die Ausbeutung der Frauen in Häftlings- und SS-Bordellen hat mich beschäftigt, schockiert und sprachlos gemacht. Was diesen Frauen angetan wurde, lässt sich nur schwer ertragen, schwer begreifen und schwer in Worte fassen. Und genau das habe ich versucht. Denn es ist mir ein Herzensanliegen, diesen zum Schweigen verdammten Frauen eine Stimme zu geben und ihre Schicksale dem Vergessen zu entreißen. Nach ausgiebigen und umfangreichen Recherchen entstand der Roman Zaunkönigin, der sich mit den Häftlingsfrauen befasst, die in Häftlingsbordellen als Prämie für die Zwangsarbeiter zu Prostitution gezwungen wurden. Dieses Buch macht das Leben und Leiden dieser Frauen in einer lebensfeindlichen und von Gewalt, Angst und Tod geprägten Umgebung greifbar und anschaulich.
Während der Recherchen zu diesem Thema kamen mir immer wieder die SS-Bordelle unter, die außerhalb der Konzentrationslager eingerichtet wurden und in welchen ebenfalls Häftlingsfrauen dem Wachpersonal der Lager zu Diensten sein mussten. Was hier passiert ist, ist unvorstellbar, denn den SS-Offizieren war alles erlaubt und das haben sie auch ausgelebt. Die meisten Frauen haben ihre “Arbeit” nicht überlebt. Schnell war mir klar, dass ich auch dieses Thema in einen Roman fassen möchte. Nach den Recherchen wusste ich auch schnell, wie die Handlung sein wird, allerdings habe ich zwei Jahre gebraucht, um die richtige Sprache für dieses Buch zu finden. Es hat mir sehr viel abverlangt, das in Worte zu fassen, was eigentlich unaussprechlich ist. Deshalb bin ich froh, dass ich mit Leben heißt mein finstres Träumen auch diesen Frauen eine Stimme geben kann.
In So viele wie möglich habe ich eine wahre Begebenheit in eine Erzählung gefasst, denn auch die Heldin (und das ist sie wirklich) dieser Geschichte hat eigentlich keinen Namen. Sie steht für die vielen namenlosen Helden und Heldinnen, die nicht weggeschaut haben, sondern ihr Leben aufs Spiel gesetzt und auch verloren haben, weil sie den Verfolgten und Erniedrigten geholfen haben. Ihre Geschichte ist ein Plädoyer für Zivilcourage und Menschlichkeit, das heute nötiger ist denn je.
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